Tradition und Zukunft vereint
Auf dem Weingut der Familie Scheidgen im Hammerstein bietet ein Gästehaus mit vier Wohneinheiten Platz für Urlauber und Saisonarbeiter. Der moderne Neubau vereint dabei traditionelle Materialien mit moderner PV-Technik. In grauer Holzschalung und mit ebenfalls grauem Metalldach von Kalzip setzt das Gebäude ein modernes Statement und fügt sich optisch Dank Naturdach in die umliegende Landschaft ein.
Bereits seit 1779 produziert die Familie Scheidgen im Herzen des Winzerortes seine traditionsreichen Weine. Mit dem Erfahrungsschatz von sieben Generationen verfolgt das Familienunternehmen die Philosophie Tradition und Fortschritt miteinander zu verbinden. Für den Bauherren Georg Scheidgen stand auch noch ein weiteres Merkmal bei der Planung im Vordergrund: „Im Weinbau ist uns die Nachhaltigkeit ganz besonders wichtig. Und deshalb war es für uns auch selbstverständlich in den baulichen Vorhaben den Aspekt ‚Nachhaltigkeit‘ mit einzubeziehen.“
Der Sockel des Gebäudes ist in Stein ausgeführt, der den Bezug zur Region aufgreift. Der Gebäudekern wurde in Holzrahmenbauweise errichtet. Mit dem Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit kam zudem ein Zellulose-Dämmstoff zum Einsatz. Holz ist auch eines der zentralen Gestaltungselemente an der Fassade: Die grau lasierten und vertikal angeordneten Holzelemente verleihen dem Bau ein ruhiges, homogenes Erscheinungsbild. Filigran gestaltete Balkone eröffnen den Bewohnern zudem einen Blick auf Rebzeilen und den Rhein.

Bronzefarbenes Schuppenkleid
Bereits der Bestandsbau, der sich um das neue Auditorium anschmiegt, ist mit einem traditionellen Schindeldach eingedeckt. Die rautenförmige Schiefereindeckung des Schlossdaches wird für das Forum in der Form wieder aufgenommen und neu interpretiert. In der Farbigkeit passt sich das neue Gebäude den Fassaden des Bestandsbaus an. Die sandfarbenen Putzflächen werden von den Metallschindeln in der Oberflächenveredelung FalZink im Farbton Bronze B40 sanft gespiegelt.
Mit der Verarbeitung der Kalzip Schindeln wurde die Firma Sima-Bau Siegler aus Bürstadt beauftragt. Kalzip Falzbares Aluminium kann mit klempnertechnischen Verfahren für die Metallwandbekleidungen verarbeitet werden. Die Schindeln wurden vom Verarbeiter selbst gekantet. Somit ist jede Schindel in seiner Art einzigartig und lässt sich einfach an die Vorgaben anpassen. Eine nahezu unbegrenzte Kombination aus Formen und Größen bieten dem Planer zudem ein Höchstmaß an architektonischer Gestaltungsfreiheit.
Zur Herleitung des Gebäudeentwurfes äußerte sich auch Kai Schümann, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Schümann Sunder-Plassmann und Partner mbB: „Der Neubau inmitten des historischen Innenhofs ist das Herzstück der privaten EBS-Universität. Dem Bestand gegenüber soll das Audimax in den Hintergrund treten, indem das Volumen des Gebäudes in den Hof eingesenkt wird. Das gewählte Material ist dabei Ausdruck der Modernität, während die handwerkliche Verarbeitung und das Format der Raute in den Dialog mit der historischen Schieferdacheindeckung treten. Das im Tageslicht wechselnde Lichtspiel der matt reflektierenden Bronze unterstützt die diagonal geschuppte Fassade in der Brechung des Baukörpers in idealer Weise. Im Zusammenspiel mit der hell-kristallinen sandfarbenen Kalkputzschlämme und den roten Sandsteingewänden am Bestandsgebäude, setzt die matt reflektierende Bronze einen deutlichen, aber nicht zu dunklen Kontrast. Beide Oberflächen wandeln sich je nach Einstrahlwinkel und Intensität des Tageslichtes und werden lebendig.“

Mit Bedacht bedacht. KALZIP.
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